1. Sprung zur Servicenavigation
  2. Sprung zur Hauptnavigation
  3. Sprung zur Unternavigation
  4. Sprung zur Suche
  5. Sprung zum Inhalt
  6. Sprung zum Footer

Bundesweite Initiative zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs

FAQ-Videoclips mit Dr. Christian Böhm

Die Antworten sind als Videoclips hinterlegt. Sie können diese per Klick abspielen.

1. Welche Effekte versprechen Sie sich von „Trau dich! in Hamburg? (00:21 min)

Videotranskription:

Szene: Christian Böhm steht vor grauer Wand mit Bildern des Theaterstücks „Trau dich!“ und wird interviewt.

Christian Böhm:“Wir hoffen natürlich erst einmal, dass die Öffentlichkeit, die Eltern und die Schulen aufmerksam auf das Theaterstück werden. Das haben wir schon erreicht. Wir wünschen uns, dass Kinder sich das Stück mit Freude anschauen und für das Thema sensibilisiert werden. Darüber hinaus möchten wir, dass das Stück in den nächsten Monaten mit weiteren Aufführungen fortgesetzt wird und die Schulen für das Thema motiviert werden. Das ist ganz wichtig."

2. Warum ist es wichtig, dass auch pädagogische Fachkräfte und Lehrkräfte mit eingebunden werden? (00:40 min)

Videotranskription:

Szene: Christian Böhm steht vor grauer Wand mit Bildern des Theaterstücks „Trau dich!“ und wird interviewt.

Christian Böhm:“Wenn wir es nur für die Kinder machen würden, dann würde es relativ schnell verpuffen, weil die Kinder vergessen es wieder, wachsen aus den Schulen heraus. Es hat keine Systemverankerung. Deshalb müssen die Lehrkräfte, die die Kinder begleiten, vorher in der Fortbildung so ein bisschen gebrieft werden. Was kann an Fragen kommen? – Auch gleich nach dem Theaterstück, jetzt heute auf dem Nachhauseweg und in den nächsten Tagen. Und dass wir das Thema verankern: Was ist eigentlich sexueller Missbrauch? Wie differenziert müssen wir das betrachten? Weil Lehrkräfte bekommen im Studium dieses Thema nicht so als erstes angeboten und das jetzt in der Praxis zu vertiefen, das ist eine Chance. Und mit gutem Material, Fortbildungen und in der Vernetzung mit den Beratungsstellen hier in Hamburg ist das eine wunderbare Sache."

3. Welche Kompetenzen werden den Lehrkräften durch „Trau dich!“ vermittelt? (00:26 min)

Videotranskription:

Szene: Christian Böhm steht vor grauer Wand mit Bildern des Theaterstücks „Trau dich!“ und wird interviewt.

Christian Böhm:“Wir hoffen, dass Lehrkräfte sensibilisiert sind, zum Ersten. Dass sie mitbekommen, es gibt dieses Thema in Familien, in Schule. Dass man Kindern zuhört, sie ernst nehmen, wenn sie von so etwas berichten. Dass man nicht einfach sagt: Ne, das glaube ich dir nicht. Das haben wir ja im Stück gerade gesehen. Dass genau an dieser Stelle Kinder auch Lehrkräfte als Vertrauenspersonen wahrnehmen, denen man etwas erzählen kann. Das wäre eine Riesenchance, wenn wir das erreichen würden."

4. Was braucht das „System Schule“ außerdem, um erfolgreiche Prävention zu machen? (00:55 min)

Videotranskription:

Szene: Christian Böhm steht vor grauer Wand mit Bildern des Theaterstücks „Trau dich!“ und wird interviewt.

Christian Böhm:“Als erstes ist es die Kooperation mit den Fachberatungsstellen. Das ist schon mal ein Weg, um zu wissen, den oder die kann ich anrufen, wenn ich eine Frage habe. Dann schauen wir natürlich – das sind jetzt immer nur vier bis sechs Lehrkräfte, die wir mit den Klassen erreichen in den Fortbildungen. Wie kann man das an das ganze Kollegium weitertragen? Es gibt schulinterne Fortbildungsveranstaltungen. Wir müssen natürlich auch die Schulleitungen ins Boot bekommen, weil sie sagen, ja diese Themen Missbrauch oder Kinderschutz, sind Themen, die wir in unserer Schule verankern wollen. Und ich als Schulleitung will das so. So wie der Schulsenator gesagt hat: Sexuelle Gewalt gehört nicht in Schule. So muss Schulleitung auch sagen: Das wollen wir hier nicht. Deshalb müssen wir bei Fortbildungen und Prävention, Angebote umsetzen und es nachhaltig machen. Und dafür sind dann die sogenannten Schutzkonzepte gefragt."

5. In wie weit ergänzt die bundesweite Initiative die kommunale Strategie in Hamburg? (00:40 min)

Videotranskription:

Szene: Christian Böhm steht vor grauer Wand mit Bildern des Theaterstücks „Trau dich!“ und wird interviewt.

Christian Böhm:“Wie haben, im Grunde genommen, (seit) 2005 haben wir den tragischen Fall eines toten Kindes gehabt. Da ist Hamburg aufgewacht zum Thema Kinderschutz – unter dem Motto: Hamburg schützt seine Kinder. Und seitdem sind immer mehr Initiativen ins Leben gerufen worden. Und seit 2012 machen wir auch Fortbildungen für Lehrkräfte zum größeren Thema Kinderschutz, nicht nur Thema Missbrauch. Das verzahnen wir ganz eng. Sind da in der Netzwerkarbeit mit den Fachberatungsstellen und den Nachbarbehörden, auch der Polizei. Das sind gute Wege, um dieses vorzuschreiben und immer mal wieder auch mit so einem Theaterstück wie „Trau dich“ ein Highlight zu setzen."

6. Warum ist die Verzahnung von landesweiten Präventionsstrukturen mit Angeboten des Bundes für erfolgreiche Prävention wichtig? (00:49 min)

Videotranskription:

Szene: Christian Böhm steht vor grauer Wand mit Bildern des Theaterstücks „Trau dich!“ und wird interviewt.

Christian Böhm:“Ja, es ist der Versuch, das Thema immer wieder nach oben zu holen. Weil, Schule ist ein großes Haus, ein großes Unternehmen inzwischen, wo Inklusion, wo Zentralabitur und andere Themen im Vordergrund stehen, weil es eine Bildungseinrichtung ist. Den Erziehungsauftrag an der Stelle, genauso mit Wertigkeit zu belegen und solche Themen, wie Kinderschutz oder Missbrauch, auf den Plan zu rufen. Das ist nicht immer einfach. Deshalb sind wir dankbar, wenn es solche Veranstaltungen und Initiativen gibt, die wir nutzen können, neben unseren eigenen Angeboten, die wir unterjährig platzieren und immer wieder in Fortbildungen sagen, dies und jenes solltet ihr bedenken und beachten. Und mit solchen Bonbons können wir gut arbeiten."

7. Kann „Trau dich!“ die Ziele der Handlungsempfehlungen der Kultusministerkonferenz zur Vorbeugung und Aufarbeitung von sexuellen Missbrauchsfällen in der Schule unterstützen? (00:59 min)

Videotranskription:

Szene: Christian Böhm steht vor grauer Wand mit Bildern des Theaterstücks „Trau dich!“ und wird interviewt.

Christian Böhm:“Da ich seit 2012 der KMK-Vertreter bin, habe ich an dieser Handlungsempfehlung mitgeschrieben, sie auch aktualisiert. Und ich denke, dass ganz viele Bezüge zwischen „Trau dich!“ und diesen Handlungsempfehlungen herzustellen sind. Sensibilisierung, Aufklärung, Sachverstand in die Schulen hineinzubringen. Und da wo Straftaten im Verdacht stehen, stattgefunden zu haben, auch dagegen vorzugehen. Und ganz klar auch zu sagen, wenn es pädagogisches Personal ist, was verantwortlich für eine Tat ist, dann ganz schnell Entscheidungen zu treffen, im Sinne von Personal und Strafrecht. Das sind ganz wichtige Empfehlungen und das kommt auch im Theaterstück rüber. Das sind Straftaten. Das darf der nicht. Dafür gibt es ein Gesetz. Das ist verboten. Und das, Kinder zu vermitteln, ist genauso wichtig, wie es manchmal wichtig auch ist, es Lehrkräften zu vermitteln, dass etwas nicht in Ordnung ist. Und deshalb gibt es da viele Bezüge. Die Handlungsempfehlungen sind jetzt nicht das, die Lektüre, die von Lehrern jeden Tag gelesen werden. Deshalb freue ich mich auch, wenn es erwähnt wird."

8. Wie kann nach dem Impuls der bundesweiten Initiative Nachhaltigkeit erreicht werden? (00:45 min)

Videotranskription:

Szene: Christian Böhm steht vor grauer Wand mit Bildern des Theaterstücks „Trau dich!“ und wird interviewt.

Christian Böhm:“Also einerseits durch die Fortbildungen und die Elternabende haben wir ja quasi auch die anderen Zielgruppen erreicht. Dass es in der Schule sich transportiert. Und zum anderen wollen wir die nächsten Schuljahre natürlich nutzen, um bei den Schulen, die jetzt hier waren mit den Kindern, auch anzusetzen und zu sagen: Hallo wollt ihr weiterarbeiten? Wollt ihr weitere Fortbildungen fürs Kollegium haben? Wollt ihr an einem Schutzkonzept arbeiten? Wir stehen im Kontakt mit freien Trägern, die Schulen in der Ganztagesbetreuung begleiten, im Nachmittagsbereich in der Betreuung und mit diesen Jugendhilfeträgern zusammen, können wir Schutzkonzepte entwickeln, weil die Jugendhilfe an der Stelle weiter ist mit den Schutzkonzepten als das System Schule. Und deshalb können wir hier von der Jugendhilfe sehr gut lernen."