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Bundesweite Initiative zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs

Logo Nummer gegen Kummer

Über Kindesmissbrauch sprechen: Die Nummer gegen Kummer wählen

Die "Bundesweite Initiative zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs „Trau dich!“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) kooperiert mit dem Kinder- und Jugendtelefon der „Nummer gegen Kummer“. Der Verein ist der Dachverband des größten kostenfreien telefonischen Beratungsangebots für Kinder, Jugendliche und Eltern in Deutschland. Die „Nummer gegen Kummer“ bietet eine niedrigschwellige anonyme Beratung am Elterntelefon und am Kinder- und Jugendtelefon sowie eine E-Mail-Beratung für Kinder und Jugendliche an. Sie gewährleistet eine hohe Erreichbarkeit an fünf (Elterntelefon) beziehungsweise sechs (Kinder- und Jugendtelefon, Nummer: 11 6 111) Tagen in der Woche. Die „Nummer gegen Kummer“ ist in das Online-Portal www.trau-dich.de der Initiative eingebunden. Durch die Verknüpfung bietet die Internetseite für Kinder einen schnellen, anonymen und vertraulichen Zugang zu Informationen, Beratung und Hilfe zum Thema sexueller Missbrauch.

Auch Eltern und andere Erziehungspersonen können sich im Umgang mit dem Thema sexueller Missbrauch unsicher fühlen und Hilfe wünschen. Sie können sich anonym und kostenlos an das bundesweite Elterntelefon von „Nummer gegen Kummer“ wenden:
Tel.: 0800 - 111 0 550 (Mo.-Fr. 9-11 Uhr, Di. + Do. 17-19 Uhr).

„Nummer gegen Kummer“: erste bundesweite Anlaufstelle per Telefon oder Online

Die anonymen Beratungstelefone sind in vielen Fällen die erste Kontaktstelle für Kinder und Jugendliche. Die einfühlsame und vertrauliche Erstberatung senkt häufig die Hemmschwelle, eine weiterführende Beratungsstelle aufzusuchen. Aktuell sind rund 3.000 ehrenamtlich tätige Beraterinnen und Berater für die Sorgen und Probleme der Anrufenden zuständig. Damit füllt dieses Beratungsangebot eine Lücke im Hilfesystem.

Beratungskompetenz beim Thema sexueller Missbrauch erhöhen

Durch gezielte Qualifizierung wird vor allem eine höhere Beratungskompetenz und -qualität der ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater vom Kinder- und Jugendtelefon zum Thema sexueller Missbrauch erreicht. Ziel ist, dass die Beratungskräfte wissen, wie sie Betroffene von sexuellem Missbrauch beraten, wo sie spezialisierte Fachstellen finden und auf welche Stellen sie verweisen können. Dazu haben Fachexpertinnen einen mehrstufigen Ausbildungslehrplan für Grundausbildung und Fortbildungen (Coaching und Supervision) erarbeitet. Seit März 2013 durchlaufen alle neuen ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater die Fortbildungen; auch alle bestehenden Beratungskräfte werden sukzessive verbindlich daran teilnehmen. Zudem liegt ein Handout zum Thema sexueller Missbrauch für die Beraterinnen und Berater vor. Ebenso werden die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für die E-Mail-Beratung gezielt weitergebildet. Die Initiative bindet alle 78 Standorte in die Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen ein und stellt so eine bundesweite Verbreitung sicher.

Das Thema sexueller Missbrauch in der Beratung bisher

Die „Nummer gegen Kummer“ wird häufig von Kindern und Jugendlichen, aber auch von Eltern als erste Anlaufstelle genutzt.

Im Jahr 2018 haben insgesamt 70.248 Kinder und Jugendliche Unterstützung beim Kinder- und Jugendtelefon gesucht. 10.603 Kinder waren zum Zeitpunkt ihres Anrufs im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren (17 Prozent aller Anrufenden).

  • Von diesen 10.603 Kindern waren 5.666 Mädchen (20,5 Prozent aller anrufenden Mädchen) und 4.714 Jungen (11,2 Prozent aller anrufenden Jungen). (In 223 Fällen liegen keine Angaben zum Geschlecht vor.)
  • Das Thema sexueller Missbrauch wird im Themenbereich Gewalt und Missbrauch erfasst. Zu diesem Bereich wurden 2018 insgesamt 7.819 Gespräche am Kinder- und Jugendtelefon geführt (11,1 Prozent aller Beratungen).
  • Dabei entfielen 1.247 Anrufe (16 Prozent) auf „sexuelle Grenzverletzungen“, 1.838 Anrufe (23,5 Prozent) auf „sexuelle Übergriffe“, 3.774 Anrufe (48,3 Prozent) auf „sexueller Missbrauch“ sowie 580 Anrufe (7,4 Prozent) in die Kategorie „sonstige Gewalt/Missbrauch“.
  • Auch bei der em@il-Beratung von „Nummer gegen Kummer“ gehen regelmäßig Beratungsanfragen zur Thematik sexueller Missbrauch ein. So gab es im Jahr 2018 insgesamt 743 Anfragen zu den Themen „sexuelle Grenzverletzungen“, „sexuelle Übergriffe“ und „sexueller Missbrauch“.
  • Am Elterntelefon wurden 2018 insgesamt 7.281 Beratungen geführt. In 344 Gesprächen wurden die Inhalte „sexueller Missbrauch“ und „sexuelle Übergriffe“ thematisiert.