Bundesweite Initiative zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs
Mobile Seite von
 

Zur bundesweiten Initiative

Frau Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Die Antworten zu den Fragen sind als Videoclips hinterlegt. Sie können diese per Klick abspielen.

1. Was möchte die Initiative bei Kindern erreichen? (00:29 min)

Videotranskription:

Die Initiative „Trau dich!“ möchte Kinder über ihre Rechte aufklären, über den Schutz, den sie einfordern können, vor sexualisierter Gewalt. Sie möchte ihnen Mut machen. Und sie möchte ihr Selbstbewusstsein stärken. Und das zeigt ja auch schon der Name „Trau dich!“. Der Name vermittelt ja den Kindern, sie können ein schlechtes Geheimnis weitererzählen. Sie dürfen auch mal „Nein“ sagen, sie haben das Recht dazu. Und sie dürfen und sollen vor allem Hilfe einfordern und einholen.

Frau Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

2. Inwieweit richtet sich „Trau dich!“ auch an Erwachsene? (00:19 min)

Videotranskription:

Die Initiative „Trau dich!“ richtet sich nicht nur an Kinder, sondern auch an die Erwachsenen in ihrer Umgebung. Erwachsene müssen sensibilisiert werden für dieses Thema. Sie müssen wissen, dass sie die Verantwortung tragen. Dass sie ein offenes Ohr haben müssen für die Kinder. Und dass sie dann auch im Zweifelsfall wissen müssen, wo sie die entsprechende fachliche Hilfe einholen können.

Frau Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

3. Wo setzt die Initiative an, um ihre Ziele zu erreichen? (00:45 min)

Videotranskription:

Die Initiative „Trau dich!“ richtet sich in einem sehr sensiblen Thema an Kinder und an Erwachsene. Und wir wissen, dass in diesem Thema Scham immer noch eine besondere Rolle spielt. Wir wissen, dass 52 Prozent der Erwachsenen, die Missbrauch erlitten haben, sich nicht getraut haben, an jemanden zu wenden und Hilfe einzufordern. Und ich denke, dass ist eine große Herausforderung. Und deshalb müssen wir angemessen über dieses Thema sprechen. Wir müssen die richtigen Worte finden. Wir müssen das Thema klar ansprechen und klar benennen. Und wir müssen Erwachsene darin bestärken, dass sie mit den Kindern sprechen können. Und dass es Signale gibt und Ermutigung, auch für die Kinder, darüber zu sprechen.

Frau Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

4. Inwiefern ist „Trau dich!“ ein besonderes Theaterstück? (00:40 min)

Videotranskription:

Das Theaterstück „Trau dich!“ ist deshalb ganz besonders, weil es dieses heikle Thema „sexueller Kindesmissbrauch“ sehr adressatengerecht und in einer angemessenen Sprache umsetzt. Es ist schon im Vorweg partizipativ mit Jungen und Mädchen, mit den Schülerinnen und Schülern, aber auch unter Beteiligung von Fachkräften konzipiert worden. Und das besondere ist auch, dass es Kinder und Erwachsene emotional erreicht. Spielerisch, interaktiv nimmt es sie mit auf eine Entdeckungsreise durch dieses Thema. Und es verknüpft idealerweise das Thema „Sexueller Missbrauch“ mit den Themen „Kinderrechte“ und „Sexualaufklärung“. 

Frau Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

5. Was sind wichtige Effekte, die das Theaterstück erzielt? (00:23 min)

Videotranskription:

Evaluation und Rückmeldungen aus der Praxis zeigen uns, dass die Kinder ermutigt werden, über dieses Thema zu sprechen. Dass sie wissen, im Zweifelsfall, wo hole ich mir Hilfe, mit wem spreche ich drüber. Und wir haben auch gesehen, dass die zentralen Präventionsbotschaften, die über das Theaterstück vermittelt werden, dann auch noch länger erinnert werden. 

Frau Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

6. Was konnte mit „Trau dich!“ in den ersten vier Jahren seit Beginn der Initiative erreicht werden? (00:51 min)

Videotranskription:

Seit Beginn der Initiative von „Trau dich!“ im März 2013 – also seit etwa vier Jahren – sind wir nun schon in sieben Bundesländern aktiv. Wir haben mehrere Ministerien erreicht, Bildung und Familie und Jugend. Wir haben 500 Partner etwa auf kommunaler Ebene erreicht. Und wir haben eine große Zahl an Kindern erreicht, fast 40.000, die sich auf etwa 600 Schulen verteilen, mit den entsprechenden Eltern und den Lehrkräften, also auch hier die Multiplikatoren Funktion. Das wesentliche ist auch, dass Kinder, die selbst nicht das Theaterstück besucht haben, auch über „Trau dich!“ informiert werden können. Es gibt eine Großzahl an begleitenden Printmaterialien. Wir haben zum Beispiel eine Kinderbroschüre. Und wir haben einen begleitenden Elternratgeber.

Frau Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

7. Wie wirkt „Trau dich!“ nachhaltig? (00:52 min)

Videotranskription:

Eine Initiative wie „Trau dich!“ kann nur erfolgreich sein, wenn sie im kommunalen Kontext alle Aktiven mitnimmt, aber insgesamt auch das gesamte Bundesland beteiligt wird. „Trau dich!“ kann wichtige und nachhaltige Impulse setzen, wenn es Bundesländer erreicht, die dann entsprechend Empfehlungen und Leitlinien erarbeiten, die dann einfließen in ein gesamtes Präventionskonzept. Kinder und Schulen und die entsprechenden Lehrkräfte kennen dann die Hilfesysteme vor Ort, sind mit ihnen vernetzt – idealerweise – und die können dann im Bedarfsfall auch schneller und nachhaltiger erreicht werden. Fachkräfte werden weiterhin qualifiziert und stehen den Kindern als Institution – im Bedarfsfall – zur Verfügung. „Trau dich!“ Medien bieten auch dann Anlass für Gespräche im Elternhaus oder weiter in der Schule oder auch im Freundeskreis. 

Frau Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

8. Gibt es die Möglichkeit, das Theaterstück auch nach Abschluss einer Landestour vor Ort noch einmal zu sehen? (00:33 min)

Videotranskription:

Mit einigen Bundesländern ist eine Übernahme des Theaterstücks geplant. Das würde bedeuten, dass ortsansässige Theaterschaffende über eine Lizenz das Theaterstück dann auch weiterführen können. Das sichert die Nachhaltigkeit, denn im Bedarfsfall kann dann je nach schulischem Curriculum auf dieses Thema und auf dieses Theaterstück zurückgegriffen werden. Und so kann auch im Nachgang eine große Zahl weiterhin von Schülerinnen und Schülern, von Lehrkräften und auch von den entsprechenden Fachkräften erreicht werden, für die wir dann auch weiterhin Fortbildungen anbieten.

Frau Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)



<< zurück zur FAQ-Video-Übersicht