Bundesweite Initiative zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs
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Rheinland-Pfalz

Daten und Fakten - Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs und die Initiative „Trau dich!“ im Land Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz ist das neunte Bundesland, das mit „Trau dich!“ kooperiert.

Die Schirmherrschaft für die Landestour Rheinland-Pfalz haben Dr. Stefanie Hubig, Ministerin für Bildung, und Anne Spiegel, Ministerin für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz, übernommen.

Startschuss der Landeskooperation am 05. Juni 2018

Am 05. Juni 2018 erfolgte der landesweite Start mit der Premiere des Theaterstücks „Trau dich!“ im Frankfurter Hof in Mainz. Bis Ende 2018 wurden insgesamt zehn Aufführungen durchgeführt, und zwar in Mainz, Idar-Oberstein, Altenkirchen, Pirmasens und Daun.
In Rheinland-Pfalz wurde 2018 mit 34 regionalen Kooperationspartnern zusammen gearbeitet, in 9 Theateraufführungen 2.459 Kinder und 160 Lehrkräfte (33 Schulen) erreicht, 77 Lehrkräfte in 6 Fortbildungsveranstaltungen fortgebildet und insgesamt rund 323 Eltern in 9 Elternabenden informiert.

Weitere Veranstaltungen sind für 2019 geplant.

Lehrkräfte und weiteres Fachpersonal der beteiligten Schulen wurden im Rahmen von verbindlichen Qualifizierungsveranstaltungen geschult. Sie sollen befähigt werden, den Theaterbesuch mit den Kindern fachlich vor- und nachzubereiten und grundsätzlich im Umgang mit sexualisierter Gewalt professionell zu agieren. Für Eltern finden vorbereitende Informationsabende statt.

Beteiligte Kooperationspartner in Rheinland-Pfalz

Die Workshops für schulische Fachkräfte und Elterninformations-abende werden von Fachstellen wie z.B. Wildwasser und Notruf Ludwigshafen e.V., Frauennotruf Mainz e.V. durchgeführt. Die landesweite Vernetzung und Planung wurde im Vorfeld mit schulischen und außerschulischen Institutionen abgestimmt.

Präventionsarbeit in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz gibt es eine ganze Reihe von Maßnahmen, die sich dem Thema Prävention von sexueller Gewalt annimmt. Dazu gehören die Fortbildungsreihen der Frauennotrufe, die sich an Lehrerinnen und Lehrer der Sekundarstufe I richten, die „Trau dich!“-Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und landesweit Fortbildungen des Pädagogischen Landesinstituts Rheinland-Pfalz. Dieses Landesinstitut unterstützt mit seinem Schulpsychologischen Dienst außerdem die Schulen, sollten Schülerinnen und Schüler Opfer von sexueller Gewalt geworden sein.

Mit Beginn der Kampagne „Schule gegen sexuelle Gewalt“ in Rheinland-Pfalz hat man außerdem zusammen mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) in einem Schreiben an alle Schulleiterinnen und Schulleiter Ende Oktober 2017 die nachdrückliche Empfehlung ausgesprochen, die Arbeit an schulinternen Schutzkonzepten zu beginnen. In der schulpsychologischen Abteilung des Pädagogischen Landesinstituts stehen spezialisierte Ansprechpersonen zur Verfügung, die beispielsweise Schulen bei der Erarbeitung schuleigener Schutzkonzepte unterstützen.

Ein sehr großer Teil der Schulen in Rheinland-Pfalz arbeitet außerdem mit primärpräventiven Programmen, die die soziale Kompetenz von Schülerinnen und Schülern stärken und Kinder wie Jugendliche dazu befähigen sollen, sich in Konfliktsituationen selbstbewusst abzugrenzen, „nein sagen“ sowie die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und formulieren zu können
(https://gewaltpraevention.bildung-rp.de/gewaltpraevention.html).

Bereits 2008 wurde ein Landeskinderschutzgesetz verabschiedet. Ziel des Landesgesetzes ist es, das gesunde Aufwachsen von Kindern zu fördern und das Kindeswohl zu schützen. Die zentralen Instrumente zur Umsetzung sind

  • ein verbindliches Einladungs- und Erinnerungswesen zu den Früherkennungsuntersuchungen (U4 – U9),
  • der Aufbau lokaler und interdisziplinärer Netzwerke Früher Hilfen und Kinderschutz unter Federführung der Jugendämter,
  • die Weiterentwicklung der Frühen Hilfen.

Das Land hat darüber hinaus beim Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung – Landesjugendamt – eine Servicestelle Kindesschutz eingerichtet, welche die Jugend- und Gesundheitsämter bei dem Aufbau der lokalen Netzwerke sowie der Weiterentwicklung Früher Hilfen unterstützt.

Seit 1990 fördert das Land Rheinland-Pfalz eine spezialisierte Anlauf- und Beratungsstruktur für Kinder und Jugendliche, die die Opfer von sexuellem Missbrauch oder Misshandlungen wurden bzw. bei denen ein entsprechender Verdacht besteht. Es gibt 16 Kinderschutzdienste mit rund 31 Vollzeitstellen.
Die Kinderschutzdienste schützen, begleiten und stabilisieren Kinder und Jugendliche. Sie haben einen niedrigschwelligen Zugang ohne lange Wartezeiten. Die Beratung ist kostenlos.

Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik

Im Jahr 2017 gab es 581 aktenkundig gewordene Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern in Rheinland-Pfalz. Damit ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. 2016 waren es noch 697 Fälle. (Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik Rheinland-Pfalz)
Bei sexuellem Kindesmissbrauch muss jedoch von einer sehr hohen Dunkelziffer ausgegangen werden.

Regionale Kooperationspartner in Rheinland-Pfalz

Erfolgt nach Abschluss der Landestour

Effekte von „Trau dich!“ in Rheinland-Pfalz

Erfolgt nach Abschluss der Landestour

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