Bundesweite Initiative zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs
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Bremen

Daten und Fakten - Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs
und die Initiative „Trau dich!“ im Land Bremen

Bremen ist das zehnte Bundesland, das mit „Trau dich!“ kooperiert.

Die Initiative wird in Bremen von der Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport sowie der Senatorin für Kinder und Bildung umgesetzt. Die Schirmherrschaft über die Landestour haben Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport, sowie Dr. Claudia Bogedan, Senatorin für Kinder und Bildung, übernommen.

Startschuss der Landeskooperation am 20. Februar 2019

Am 20. Februar 2019 erfolgte der landesweite Start mit der Premiere des Theaterstücks „Trau dich!“ im Schlachthof in Bremen. Bis Ende 2019 sind vier Theatertage mit jeweils zwei Aufführungen in Bremen und Bremerhaven geplant. Die Initiative erreicht so mindestens ca. 2.000 Schülerinnen und Schüler aus sechsten Klassen sowie ihre Eltern. Zudem werden die Lehrkräfte und weiteres Fachpersonal der beteiligten Schulen im Rahmen von verbindlichen Qualifizierungsveranstaltungen geschult. Sie sollen befähigt werden, den Theaterbesuch mit den Kindern fachlich vor- und nachzubereiten und grundsätzlich im Umgang mit sexualisierter Gewalt professionell zu agieren. Für Eltern finden vorbereitende Informationsabende statt.

Beteiligte Kooperationspartner in Bremen

Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport, die Senatorin für Kinder und Bildung sowie der Magistrat Bremerhaven stellen die regionale Umsetzung sicher. In Bremen und Bremerhaven sind verschiedene Akteure in die Umsetzung eingebunden:

  • Jugendämter
  • schattenriss – Beratungsstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen e.V.
  • Bremer JungenBüro e.V. – Beratung für Jungen, Jugendliche und junge Männer, die körperliche, seelische oder sexualisierte Gewalt erleben
  • Kinderschutz-Zentrum – Deutscher Kinderschutzbund LV Bremen e.V.
  • Initiative Jugendhilfe Bremerhaven e.V. – Mädchen-Telefon/ Jungen-Telefon
  • Regionale Beratungs- und Unterstützungszentren
  • Landesinstitut für Schule bzw.
  • Lehrerfortbildungsinstitut Bremerhaven

Die Kooperation mit der Initiative „Trau dich!“ ist ein wichtiger Baustein zur Ergänzung der bisherigen Angebote und Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt, zum Kinderschutz und zur Gewaltprävention im Rahmen der schulischen Sexualerziehung. Die Initiative „Trau dich!“ verstärkt die spezifischen Qualifizierungsangebote für schulische Fachkräfte sowie die laufenden Präventionsmaßnahmen in den Schulen. Durch die Kooperation mit der Initiative sollen zudem die Eltern und die Beteiligten an den Schulen sensibilisiert und sprachfähig gemacht werden.

Tour des Theaterstücks „Trau dich!“ in Bremen

  • 20. Februar 2019, Schlachthof Bremen (Auftakt)
  • 11. März 2019, Theater am Leibnizplatz Bremen
  • 21. Mai 2019, Theater im Fischereihafen Bremerhaven
  • 28. Mai 2019, Glocke Bremen

Präventionsarbeit in Bremen

Im Land Bremen gibt es ein Netz von Beratungs- und Hilfeeinrichtungen für Betroffene von sexueller Gewalt, Gewalt und multiplen Problemlagen. Das Angebot der Einrichtungen umfasst auch die Durchführung von Öffentlichkeits- und Präventionsarbeit. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der gesamten Arbeit, denn sie trägt dazu bei, das Dunkelfeld im Bereich der häuslichen und sexuellen Gewalt zu erhellen. Die Fachberatungsstellen für Betroffene von sexueller Gewalt übernehmen auch einen aktiven Teil in der Umsetzung von „Trau dich!“.

Der für 2019 geplante Aufbau einer aufsuchenden Fachberatungsstelle für Kinder und Jugendliche, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, ergänzt die vorhandenen Angebote und wird eine weitere Expertise für betroffene Minderjährige, aber auch Fachkräfte aus vielfältigen Arbeitszusammenhängen schaffen.

Die Initiative „Trau dich!“ ist zudem ein Baustein im Rahmen von Kinderschutz an Schulen und wird eng mit der Initiative „Schule gegen sexuelle Gewalt“ des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs

(UBSKM) verknüpft, die mit einer gelungenen Auftaktveranstaltung am 06. September 2018 in der Bremer Bürgerschaft gestartet ist. Ab 2019 wird für die Schulen ein Fortbildungsprogramm implementiert, mit dem Ziel, Unsicherheiten abzubauen und Mädchen und Jungen durch Maßnahmen der Prävention und Intervention besser zu schützen und ihnen schneller Hilfen anzubieten.

Zudem soll die in den Notfallplänen für die Schulen in Bremen beschriebene und ab dem Jahr 2017 begonnene Implementierung von „Schulinternen Krisen(präventions)teams“ die Schulen in ihrer Präventionsarbeit stärken und für akute Krisensituationen Handlungssicherheit bieten. Schulische Präventions- und Schutzkonzepte müssen regelmäßig und in vielfacher Hinsicht an die Schulen herangetragen werden und bedürfen einer intensiven Vorbereitung, Implementierung, Verstetigung und Koordination mit den unterschiedlichsten Akteuren, sodass sie sich positiv auf die Schutzkonzeptentwicklung an Schulen auswirken können.

Weiterhin ist geplant, eine Verbindung der Initiativen im Rahmen der Umsetzung des Bundeskooperationskonzeptes „Schutz und Hilfen bei Handel mit und Ausbeutung von Kindern“ herzustellen. Auf diese Weise können tragfähige Kooperationsstrukturen zwischen den Einrichtungen und Institutionen, die mit betroffenen Kindern und Jugendlichen in Kontakt stehen, zu deren Wohl geschaffen werden.

Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik

Im Jahr 2017 gab es 130 aktenkundig gewordene Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern in Bremen. Damit hat sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Bei sexuellem Kindesmissbrauch muss jedoch von einer sehr hohen Dunkelziffer ausgegangen werden (Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik Bremen).

Effekte von „Trau dich!“ in Bremen

Erfolgt nach Abschluss der Landestour

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