Bundesweite Initiative zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs
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FAQ-Videoclips mit Dr. Dirk Bange

Die Antworten sind als Videoclips hinterlegt. Sie können diese per Klick abspielen.

1. Gibt es aus Ihrer Sicht Dinge, die man an dem Theaterstück noch verbessern kann? (00:19 min)

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Szene: Dirk Bange steht vor grauer Wand mit Bildern des Theaterstücks „Trau dich!“ und wird interviewt.

Dirk Bange: “Im Publikum habe ich so mitgekriegt, dass dem einen oder anderen Kind die Dauer, wenn man das ein klein bisschen noch straffen könnte, dann wäre das, glaube ich, ganz gut. Die inhaltliche Ausrichtung war meiner Ansicht nach sehr gut und es ist sehr gut umgesetzt worden. Von daher hätte ich da keine, irgendwie, größere Kritik an dem Stück. Wie gesagt, ein bisschen kürzer, je nach Alter des Publikums."

Dr. Dirk Bange

2. Wie könnte die bundesweite Initiative noch weiterentwickelt werden? (00:27 min)

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Szene: Dirk Bange steht vor grauer Wand mit Bildern des Theaterstücks „Trau dich!“ und wird interviewt.

Dirk Bange: “Man muss natürlich schauen, wie man die Geschichte sozusagen etabliert und wie man zum einen auch schaut, wenn die Theaterkollegen dann hier vor Ort waren oder auch anderswo vor Ort waren, wie man das dann auch im Hilfesystem dauerhaft etabliert. Ich meine, da ist man, glaube ich, gut beraten, mit den Schulen zusammen zu arbeiten und mit den Beratungsstellen von vor Ort, so dass nicht das Theaterstück an sich oder die BZgA in der Verpflichtung sind, sondern die Kollegen vor Ort in der Verpflichtung sind, diese Dinge weiter zu führen."

 

Dr. Dirk Bange

3. Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere am Theaterstück? (00:34 min)

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Szene: Dirk Bange steht vor grauer Wand mit Bildern des Theaterstücks „Trau dich!“ und wird interviewt.

Dirk Bange: “„Trau Dich“, das Stück, hat mir sehr gut gefallen und das hebt es auch ein Stück weit hervor, dass sie auch wirklich versucht haben die Kinder, Mädchen sowie Jungen, einzubeziehen. Und wie sie dann versucht haben, gemeinsam den Brief zu formulieren. Das fand ich zum Beispiel einen sehr guten Ansatz und man konnte da auch sehen, dass die Kinder da sehr mitgegangen sind und viele sich zu Wort melden wollten und gar nicht alle dran gekommen sind. Das ist, glaube ich, für so ein Theaterstück eine gute Geschichte und Sie konnten auch da sehen, es war die ganze Zeit recht ruhig im Stück. Das ist bei 300, 350 Kindern, die da im Publikum sitzen, nicht selbstverständlich."

Dr. Dirk Bange

4. In wie weit unterstützt „Trau dich!“ bestehende Hilfesysteme? (00:31 min)

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Szene: Dirk Bange steht vor grauer Wand mit Bildern des Theaterstücks „Trau dich!“ und wird interviewt.

Dirk Bange: “Das wird sich zeigen. „Trau Dich“ lenkt den Fokus der Öffentlichkeit noch einmal auf das Thema sexualisierte Gewalt gegen Mädchen und Jungen. Und ich glaube, dadurch unterstützt das insgesamt das Thema. Das können Sie auch heute sehen, das können Sie bei anderen Veranstaltungen sehen. Die Politik interessiert sich dann für dieses Thema und die Politik ist natürlich auch die Gruppierung oder das Feld, was möglicherweise das Geld zur Verfügung stellt, um dann die Beratungslandschaft weiterzuentwickeln oder weiterauszubauen."

Dr. Dirk Bange

5. Was trägt „Trau  dich!“ zur Vernetzung zwischen Hilfesystem und Schule bei? (00:25 min)

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Szene: Dirk Bange steht vor grauer Wand mit Bildern des Theaterstücks „Trau dich!“ und wird interviewt.

Dirk Bange: “Da ist „Trau Dich“ wichtig, glaube ich, weil „Trau Dich“ ein Stückweit eine Scharnierfunktion übernehmen kann. Das Hilfesystem, die Beratungsstellen werden so von der Jugendhilfe bezahlt, auch gefördert. Und Jugendhilfe und Schule arbeiten in den letzten Jahren immer besser zusammen. Aber auch da gibt es noch Verbesserungspotential. Und das leistet „Trau Dich“, weil es da ein Bindeglied zwischen Schule und Jugendhilfe darstellt."

Dr. Dirk Bange

6. Wie schlug sich die Vernetzung zwischen Hilfesystem und Schule im Rahmen von „Trau dich!“ konkret in Hamburg nieder? (00:35 min)

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Szene: Dirk Bange steht vor grauer Wand mit Bildern des Theaterstücks „Trau dich!“ und wird interviewt.

Dirk Bange: “Es ist so, dass unsere Spezialberatungsstellen, die wir haben, die Name sind ja auch gefallen, Zündfunke, Zornrot und so weiter. Diese haben die Elternarbeit und Abende gemacht, für die Schulbehörde. Daran zeigt sich alleine, dass das dann gut etabliert ist. Wir haben unsere Spezialisten einbezogen, also von vor Ort. Es sind nicht nur Leute eingeflogen, sondern die HamburgerInnen, die Kollegen und Spezialistinnen und Spezialisten haben das im Grunde zum Leben erweckt, in dem sie die Kurse, sowohl für die Eltern als auch für Lehrer und Lehrerinnen, organisiert haben. Das ist, glaube ich, gelebte Kommunikation und Kooperation. Besser kann es eigentlich nicht sein."

Dr. Dirk Bange

7. Gibt es noch weiteren Bedarf an Präventionsarbeit in Hamburg? (00:39 min)

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Szene: Dirk Bange steht vor grauer Wand mit Bildern des Theaterstücks „Trau dich!“ und wird interviewt.

Dirk Bange:“Es gibt natürlich Bedarf. Obwohl das Theaterstück jetzt zwölf Mal aufgeführt wird und rund 3500 bis 4000 Kinder dabei sind, nehmen aber nicht alle Schulen teil. Wir müssen natürlich schauen, dass sich Schulen, die sich bisher zu diesem Thema nicht so engagiert haben, sich in den nächsten Jahren weiter zu diesem Thema engagieren. Da haben wir eine gute Voraussetzung, weil es mittlerweile Schutzkonzepte geben muss und weil sich alle Schulen auf den Weg machen müssen, aber auch alle Kindertageseinrichtungen entsprechende Schutzkonzepte zu entwickeln. Da kann „Trau Dich!“ auch ein Anlass sein, sich mit diesem Thema im Rahmen von Schutzkonzepten weiter zu beschäftigen."

Dr. Dirk Bange

8. Warum fällt es Kindern oft so schwer, sich mitzuteilen, wenn Sie von sexuellem Missbrauch betroffen sind? (01:01 min)

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Szene: Dirk Bange steht vor grauer Wand mit Bildern des Theaterstücks „Trau dich!“ und wird interviewt.

Dirk Bange:“Kinder denken in der Situation, in der Regel, dass sie etwas falsch gemacht haben. Sie fühlen sich schuldig, sie schämen sich dafür und die Hürde dann, zu einem Erwachsenen zu gehen und über ein solches Thema zu sprechen, vor dem Hintergrund, dass man dann als Kind, als Mädchen oder als Junge, auch noch denkt: Ich habe etwas falsch gemacht. Diese Ängste sind riesengroß. Ich habe höchsten Respekt vor den Kindern, die diesen Weg überhaupt gehen können und ich bin auch ganz fest der Meinung, dass es eher die Erwachsenen sind, die offen sein müssen, die sich auf die Kinder zu bewegen, die wahrnehmen müssen, wenn die Kinder bestimmte Auffälligkeiten zeigen. Die wahrnehmen müssen, wenn Kinder versuchen, sich ihnen zu öffnen. Das war ja im Theaterstück auch gut dargestellt, als die eine Schauspielerin dann zur Mama gegangen ist, aber Mama wollte nichts davon hören. Papa wollte nichts davon hören und dann ist sie weitergegangen zu Oma. Da war leider nur der Anrufbeantworter dran. Und dann geht sie zu ihrer Schwester. Sie hat sich an vier Personen gewandt und erst die vierte Person hat ihr im Grunde genommen geglaubt und zugehört. Das ist eine reife Leistung von so einem Mädchen."

Dr. Dirk Bange

9. Welche Rolle spielen Lehrkräfte im Rahmen von Prävention? (00:23 min)

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Szene: Dirk Bange steht vor grauer Wand mit Bildern des Theaterstücks „Trau dich!“ und wird interviewt.

Dirk Bange:“Lehrer haben natürlich zum einen als Vorbilder eine riesige und wichtige Funktion und zum anderen spielt natürlich schulische Sexualerziehung eine Rolle. Erst einmal müssen die Mädchen und Jungen lernen, dass Sexualität etwas Positives ist und dann im zweiten Schritt über Stücke wie „Trau Dich!“ vielleicht auch lernen, dass es dunkle Seiten der Sexualität gibt und da sind Lehrer auch in der Vermittlung solcher Inhalte ausgesprochen wichtig."

Dr. Dirk Bange



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